Schloss Bensberg Classics 2012

Das Schloss Bensberg, bis 1711 von Herzog Johann Wilhelm II. („Jan Wellem“) als Jagdschloss in direkter Nachbarschaft des weitläufigen Königsforst errichtet, hatte über die Jahrhunderte unterschiedlichste Nutzungen z.B. als Kaserne, Lazarett und Gymnasium, bis es 1997 in das renommierte Fünf-Sterne-Grandhotel umgebaut wurde. Besondere Attraktionen sind hier neben dem durch die erhöhte Lage möglichen, weit reichenden Blick über die gesamte Kölner Bucht auch die seit 2009 jährlich ausgetragenen „Schloss Bensberg Classics“, das „Festival der Meisterköche“ und der traditionelle Weihnachtsmarkt. Für Architekturbegeisterte lohnt sich auch der 5-minütige Fußweg zum Rathaus Bensberg, einem Hauptwerk (1964-1969) von Prof. Gottfried Böhm, dem mit dem Pritzkerpreis (dem „Oscar“ der Architektur) ausgezeichneten deutschen Architekten.

Bei den „Schloss Bensberg Classics 2012“ stand am zweiten Septemberwochenende zunächst die „Rallye Historique“ auf dem Programm der zahlreichen Oldtimer-Fans. Etwa 90 Teams fuhren mit Ihren auf Hochglanz polierten Fahrzeugen eine 170 km lange Schleife auf einer idyllischen Strecke durch das kurvenreiche und hügelige Bergische Land zwischen Bevertalsperre im Norden und Overath im Süden, mit vom Publikum stark besuchten Start und Ziel am Schloss Bensberg sowie einem Zwischenstop im Schlosshotel Lerbach. Dabei hatten die Teams Gleichmäßigkeits- und Geschicklichkeitsprüfungen zu absolvieren. Von einem Bugatti 35T (Baujahr 1926) bis zu einem Rolly Royce Silver Wraith II (1979) waren 54 Jahre illustrer Automobilgeschichte am Start, darunter wundervolle Raritäten wie der für seine Flügeltüren bekannte Mercedes-Benz 300 SL (1954), aber auch heute noch auf den Straßen anzutreffende Fahrzeuge wie der VW Golf I (1979).

Beim „Concours d’Elégance“ am zweiten Tag des Festivals präsentierten sich 40 exklusiv ausgewählte Klassiker im Innenhof des Schlosses, um sich in 17 Kategorien der Bewertung einer hochkarätig besetzten Jury zu stellen, z.B. „Italienische Eleganz“, „Ästheten der Beschleunigung“ oder auch „bester unrestaurierter Zustand“.  Den vielen Zuschauern – darunter viel Prominenz aus Sport, Film und Fernsehen – boten sich exklusives Design mit edlen Materialien, feinsten Details und außergewöhnlichen Linienführungen. Publikumsmagnete waren z.B. der Ferrari 250 GTO (1962), der Jaguar E-Type Lightweight (1963), das Bugatti Typ 57 Cabriolet (1936) oder der Citroen DS 19 LeDandy (1962).

Eine Sonderausstellung Motorsport rundete das Programm ab; im Innenhof und im Schlosspark konnten ehemalige Rennwagen der Formel 1 und des Rallyesports aus der Nähe bestaunt werden.

Den Text habe ich ursprünglich geschrieben für: CUBE Köln/Bonn, Ausgabe 3-2012