Unerwartet weitläufig empfand ich die Ausgrabungsstätten von Pompeji bei meinem ersten Besuch im Jahr 2012. Zuvor hatte ich schon andere antike Stätten gesehen, die nach archäologischen Grabungen wiederentdeckt oder seit Jahrtausenden permanent präsent waren, und alle haben mich auf ihre Weise beeindruckt. Ob in Griechenland (Delphi, Olympia, Epidauros, Mykene, Nauplia, die Akropolis, Knossos, Kato Zakros) in Italien (antikes Rom mit Forum Romanum, Kolosseum & Co., die Nuraghi auf Sardinien) oder die Große Mauer in China, wobei letztere tatsächlich jeden menschlichen Maßstab sprengt.

Pompeji aber mit seiner wirklich außergewöhnlichen und tragischen Geschichte ließ mich einen ganzen Tag lang innehalten, ruhig werden nach dem lebhaften neapolitanischen Treiben der Tage zuvor. Die unermessliche Tragödie dieser Stadt wurde mir beim Durchschreiten dieses weit verzweigten und endlosen Straßengeflechts mit den unzähligen, bereits freigelegten Gebäuden und Plätzen erst so richtig bewusst –  und das in unmittelbarem Angesicht des schlummernden Vesuvs mit seiner markanten Kegelstumpf-Silhouette. Hier wurde 79 n. Chr. eine große Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern in nur wenigen Stunden ausgelöscht, wurden Tausende von Menschen inmitten ihres Alltags aus dem Leben gerissen. Bei aller Ästhetik der Ruinen und der Patina, bei all der Schönheit der umgebenden Landschaft und des traumhaften italienischen Wetters sind es beklemmende Stunden, die sich fest in meine Erinnerung einbrennen.

Offizielle Website der Grabungsstätten: http://www.pompeiisites.org

Umfassende Hintergrundinformationen bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Pompeji