Eine meiner Entdeckungstouren auf dem Rad durch Köln brachte mich wieder mal nach Köln-Mülheim und dort auch auf das große Areal des Carlswerkes. Nach der Aufgabe des Produktionsstandortes wird das etwa 13 Hektar große Gelände der früheren Kabel- und Drahtseilfabrik Felten & Guilleaume seit 2007 umgebaut und umgenutzt. Hier siedeln verstärkt Unternehmen aus der Medien- und Kreativbranche an, auch die Zentrale des Bastei Lübbe Verlages befindet sich hier. Vielen dürfte das Gelände aber auch durch das Schauspiel Köln bekannt sein, das hier seit der Sanierung der Bühnen Köln am Offenbachplatz eines seiner Ausweichquartiere bezogen hat.

Fassadenauschnitt des ehemaligen Kupferwerkes im Carlswerk, Köln-Mülheim
Fassadenauschnitt des ehemaligen Kupferwerkes im Carlswerk, Köln-Mülheim

Im Foto ein Fassadenausschnitt des 1955 als „Gebäude 403“ erbauten Kupferwerkes, in dessen Hallen 2014 das „Photobook Museum“ eine beeindruckende Ausstellung zeigte.

Die Transformation des Carlswerkes von einen Industriegebiet zu einem neuen Quartier scheint mir zu gelingen; man achtet bei der Planung auf einen wertschätzenden, behutsamen Umgang mit der Substanz und ergänzt es sensibel mit Neuem. Das vom Investor beworbene „lebendige Stadtquartier“ ist es allerdings nur bedingt; außerhalb der üblichen Bürozeiten und abgesehen von den Besucherströmen von und zu den Vorstellungen des Schauspiels ist es doch eher ruhig – was mich aber nicht wirklich stört. So kann man sich das Carlswerk und mit offenen Augen für Details und Verborgenes entspannt erschließen…

Der Carlsgarten im Carlswerk, Köln-Mülheim
Der Carlsgarten im Carlswerk, Köln-Mülheim

Ebenfalls im Carlswerk befindet sich der Carlsgarten, eine Initiative von Mitarbeitern der Bühnen Köln. Der Gemeinschaftsgarten mit den in Holzkisten gezogenen Nutz- und Zierpflanzen ist der grüne Kontrast zu den vielen Backsteinbauten des Areals.

Für den Verein Rheinische Industriekultur e.V. hat der Denkmalpfleger Walter Buschmann die Geschichte des Carlswerks sehr detailliert beschrieben:

www.rheinische-industriekultur.com/seiten/objekte/orte/koeln/objekte/fundg.html

Wer sich das Carlswerk und andere interessante Ecken in Köln-Mülheim mal selbst ansehen will, ist herzlich eingeladen zur „Veedelsafari“ am 3. September 2016.  Treffpunkt um 14 Uhr ist die Nepomuk-Statue am Mülheimer Ufer in Höhe der Kirche St. Clemens. Von dort geht es zu Fuß und mit offenen Augen durch Köln-Mülheim.

www.facebook.com/events/1675294166125340/

Nepomuk-Statue am Rheinufer in Köln-Mülheim.
Nepomuk-Statue am Rheinufer in Köln-Mülheim.

Die Idee zu den Veedelsafaris kam mir, als ich im Herbst 2014 für ein Projekt im Haus der Architektur Köln Fotos vom Agrippaviertel benötigt habe und via Facebook spontan zu einer privaten Veedelsafari eingeladen habe. Die Resonanz im Freundeskreis war sehr erfreulich, und in der Folge kamen immer wieder neue Gesichter mit hinzu. Mit den Veedelsafaris ging es dann weiter in den Rheinpark, das Agnesviertel, die Südstadt, nach Lindenthal und nun nach Mülheim.

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